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21.10.2009 Gutes Spenderherz

Die einbrechende Spendenbereitschaft ließ auch den Duisburger Verein gegen Kinderarmut Immersatt e. V. massiv leiden. Dem Engagement der Essener Kommunikationsprofis von reviergold ist es mit einer kleinen kostenlosen Kampagne gelungen, Immersatt dabei zu unterstützen, erfolgreich zu überleben.

Wenn sogar gut aufgestellte Großunternehmen in der Wirtschaftkrise einbrechen, dann ergreift diese Flaute umso heftiger die sozialen Vereine. Das bekam auch das Duisburger Netzwerk gegen Kinderarmut, der Immersatt e.V., zu spüren. Im Juni dieses Jahres stand der ausschließlich über Spenden finanzierte Verein kurz vor dem Aus. Und mit ihm rund 21.000 Duisburger Kinder und Jugendliche, die dank dessen Hilfe täglich ein ausgewogenes Frühstück bekommen sowie die Betreuungs- und Psychosozialangebote kostenlos nutzen können, um ein Stück weit der Armut zu entkommen.

Helfen: Ein schönes Gefühl
40 Prozent weniger Spenden verbuchten viele Hilfsorganisationen zum Ende des vergangenen Jahres. Und gerade weil Immersatt keine Ansprüche aus dem Sozialetat und aus staatlichen Töpfen geltend machen kann, musste der Verein zu Maßnahmen greifen, die auch das Essener Unternehmen reviergold nicht unberührt ließen. Spätestens als Immersatt notgedrungen die bezahlten Mitarbeiter entlassen musste, zeigten die Essener nicht minder soziales Engagement. „Wir wussten, dass es an der Zeit ist, die letzten kräftigen Spender um Hilfe zu bitten“, erklärt Jens Skorwider, Geschäftsführer der reviergold. Gemeinsam mit Immersatt entstand ein eindringlicher Hilferuf, der sich im Juni 2009 an die Duisburger Wirtschaftsunternehmen richtete und die Perspektiven des Vereins – bei ausreichenden Spendengeldern – anschaulich vorstellte. Die Gesellschaft für Konsumforschung prophezeite noch im Frühjahr 09: Nur zwei Prozent der Befragten im Ruhrgebiet wollen weniger oder gar nicht mehr spenden. Durchaus gute Voraussetzungen für den Spendenaufruf.

Kleiner Brief – große Wirkung
100 Stunden Arbeit, 300 Mailings, unzählige Telefonate mit Unternehmen, die bereits 24 Stunden nach Versand der Mails erste Reaktionen zeigten. Alles ehrenamtlich und um Immersatt am Ende die stolze Summe von 40.520 Euro einzubringen. 20.000 Euro stellte alleine der Förderverein eines großen Duisburger Unternehmens zur Verfügung. Die Essener Kommunikationsprofis haben gehofft, aber nicht erwartet, dass die Resonanz so stark ausfallen würde. „Wir sind keine Ärzte, wir heilen niemanden. Und trotzdem ist es ein tolles Gefühl, etwas so Gutes getan zu haben“, so Skorwider. Nicht nur Geldspenden helfen dem Verein: So verzichtet ein Vermieter sechs Monate lang auf die Mieteinnahmen für die von Immersatt angemieteten Räumlichkeiten. Auch das eine wirkungsvolle Unterstützung auf dem Weg zum Fortbestand des Vereins.

Signale setzen
Noch heute, vier Monate nach dem Versand der Mails, erhält Immersatt Anrufe und kleine Spenden. Im Schnitt gab jeder Spender 1.000 Euro. „Eine enorme Summe, wenn man bedenkt, dass zum jetzigen Zeitpunkt jeder Spenden-Cent dreimal umgedreht wird“, so der Geschäftsführer von Immersatt Ralf Menrad. Er staunte nicht schlecht, als ihm die neue Kommunikationsstrategie zur Rettung des Netzwerkes präsentiert wurde. Die Sponsoren bekamen über eine Infoveranstaltung Einblick in die Schwierigkeiten des Duisburger Netzwerkes, aber auch über das vielfältige Angebot, mit dem Kindern und Jugendlichen das Leben und Lernen leichter gemacht wird. Der Erfolg spricht für sich und für eine große Hilfsbereitschaft. „Trotz der schlechten Konjunktur scheinen die Menschen immer noch zu wissen, wo sie Prioritäten setzen“, fasst Skorwider zusammen.

 PI Gutes Spenderherz 211009